Mit Massenverhaftungen geht Peking gegen die Proteste der Uiguren in Xinjiang vor, hat die Lage aber offenbar noch nicht im Griff. Die Unruhen könnten auf andere Städte und womöglich andere Provinzen übergreifen. Die wichtigsten Quellen, Tweets, Videos.
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12.34 MEZ - Unruhen eskalieren zum Bürgerkrieg
Zunächst hatten sich nur die Sicherheitskräfte und die Uiguren bekämpft, jetzt bekriegen sich die Han-Chinesen und die Uiguren in Xinjiangs Provinzhauptstadt direkt, berichtet Reuters:
Mit Messern und Eisenstangen bewaffneten Chinesen griffen Geschäfte von Uiguren an und durchbrachen eine Polizeikette, die die verfeindeten Volksgruppen auseinanderhalten sollte. Die Zahl der Toten der Krawalle vom Sonntag stieg auf 156, mehr als 1000 Menschen wurden verletzt, über 1400 festgenommen.
„Greift die Uiguren an“, riefen Chinesen während der gewaltsamen Auseinandersetzungen mit der muslimischen und turksprachigen Bevölkerungsgruppe, die etwa die Hälfte der 20 Millionen Bewohner der Provinz stellt. „Sie haben uns angegriffen, jetzt schlagen wir zurück“, rief ein Mann in der Menge. Andere forderten zur Einigkeit auf und stimmten die chinesische Nationalhymne an.
Sicherheitskräfte gingen gegen Uiguren vor, die in der Provinzhauptstadt Urumqi gegen die Inhaftierung von Angehörigen protestierten. Die Uiguren warfen den Behörden willkürliche Festnahmen vor. „Wir machen nur unsere Geschäfte. Aber die kamen her und nahmen jeden mit, dessen Gesicht ihnen nicht gefiel“, klagte ein Kaufmann.
8.30 Aktuelle Lage: einzelne Proteste, Massenverhaftungen
Mein Kollege Andreas Hoffbauer liefert aus Peking einen aktuellen Lagebericht, und geht auch auf die Arbeitsbedingungen für Journalisten in der Provinzhauptstadt Urumqi ein. Auszüge:
Die Polizei nahm nach offiziellen Angaben 1434 Verdächtige fest. Einige hundert Angehörige der muslimischen Minderheit protestierten am Dienstag in der Provinzhauptstadt Urumqi spontan vor angereisten Journalisten gegen die willkürlichen Festnahmen der Polizei. Es kam erneut zu gewalttätigen Auseinandersetzungen.
"Die ganze Sache lief völlig aus dem Ruder", berichtete ein vor Ort anwesender Reporter dem Handelsblatt am Telefon. In einem ungewöhnlichen Schritt hatte die Pekinger Regierung ausländischen Journalisten zuvor den Zugang nach Urumqi erlaubt, damit sie sich ein Bild über die Folgen der bisherigen Ausschreitungen machen können. Nach den Unruhen in Tibet vor einem Jahr hatte China die Region für ausländische Reporter geschlossen. Allerdings sind die Journalisten in Urumqi genau kontrolliert, berichten Teilnehmer, sie können sich nicht frei bewegen.
Die Ereignisse der letzten Tage:Liveblog China (1): Uiguren testen PekingWeitere Informationsquellen:Twitter:
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Kommentare
Mo, 06.09.2010 22:18
I'm proud of him, he is the be st..I stand fully behind him
Fr, 28.05.2010 18:39
Historischer Umbau? Du hast sc hon mitbekommen, dass von den ursprünglichen Plänen nicht vi el übrig geblieben ist u [...]
So, 14.02.2010 12:48
Herzlichen Dank für die Überse tzung. Auch wenn ich gewusst h ätte, dass es später eine Über setzung geben würde, ich [...]
Mi, 20.01.2010 00:29
Eine Einordnung, die Ihrer ähn elt, hat der großartige Robert Misik in seinem Videocast für den Standard abgegeben. [...]
Di, 05.01.2010 18:06
super gemacht.I like it.sehr d eutlich und gut zusammengefass t.